Unterschiede
Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen angezeigt.
| Nächste Überarbeitung | Vorhergehende Überarbeitung | ||
| grundlagenhandbuch:aufschmelzberechnung:2d_disperses_aufschmelzen [2025/05/12 18:26] – angelegt deppe2 | grundlagenhandbuch:aufschmelzberechnung:2d_disperses_aufschmelzen [2026/01/28 21:21] (aktuell) – neelest | ||
|---|---|---|---|
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
| ====== 2D disperses Aufschmelzen ====== | ====== 2D disperses Aufschmelzen ====== | ||
| + | |||
| + | Ab der SIGMA-Version 11.1 ist ein neues Aufschmelzmodell verfügbar – das 2D disperse Aufschmelzmodell. Die Namensgebung erfolgt angelehnt an die zweidimensionale Partikeltemperaturbetrachtung – ab der Zugabe der Partikel bis in die Aufschmelzzone werden die Temperaturen der Partikel über die Partikelradien und über die Schneckenlänge berechnet. | ||
| + | |||
| + | Die bisherigen Aufschmelzmodelle bleiben bestehen und können weiterhin ausgewählt werden. Die empfohlene Berechnungseinstellung ist allerdings die Wahl des 2D dispersen Aufschmelzmodells, | ||
| + | |||
| + | Das neue Modell ergänzt das modifiziert disperse Aufschmelzmodell (MDA) aus dem Jahr 2008. Eine der Erweiterungen des MDA ist die analytische Berechnung der Partikeltemperaturentwicklung ab der Zugabe der Feststoffpartikel durch den Haupteinzug. In früheren Betrachtungen hatte hier nur eine Erwärmung durch umgebende Luft einen Einfluss auf die Temperatur der Feststoffpartikel, | ||
| + | |||
| + | In verschiedensten Literaturquellen wird die Erwärmung durch eine plastische Deformation in den Knetscheiben als entscheidende Einflussgröße auf das Aufschmelzen in Doppelschneckenextrudern herausgestellt. Diese Erkenntnisse werden durch geeignete Versuchsdurchführungen bestätigt. Aus dieser Motivation heraus wurde das bestehende Aufschmelzmodell so erweitert, dass diese Deformationen und das resultierende Anschmelzen berücksichtigt werden konnte. Hierfür ist ein teilanalytisches Modell aufgestellt worden, welches in den ersten Knetscheiben einer Aufschmelzzone jenen Partikelanteil berechnet, der im Zwickelbereich der Achterbohrung deformiert wird. Dieser Anteil erfährt in Abhängigkeit von Material, Menge, Eingangstemperatur, | ||
| + | |||
| + | Um aus den Informationen der Temperaturentwicklung in der Feststoff- und Aufschmelzzone Aussagen zum Aufschmelzgrad machen zu können, wird mithilfe der Finiten Differenzen Methode und unter Verwendung der ermittelten Wärmeströme in den Partikeln ein Schalenmodell gebildet: Die Kunststoffpartikel, | ||
| + | |||
| + | Der Energieeintrag durch Deformation sinkt, je höher die Temperatur des Materials unmittelbar vor der Deformation ist. Außerdem dominiert bei steigendem Schmelzeanteil und damit einhergehender Erhöhung des Füllgrades die Wärmeleitung aus der Schmelze in den Partikel. Sie ist nicht mehr zu vernachlässigen. Das Abschmelzen der kugelförmigen Granulatpartikel in umgebender Schmelze wird vom modifiziert dispersen Aufschmelzmodell gut abgebildet. Daher wird an dieses Modell angeknüpft, | ||
| + | |||
| + | Der Füllgrad der Anteile der verschiedenen Phasen (Schmelze und Feststoff) ist ausschlaggebendes Kriterium, um in die Berechnung des modifiziert dispersen Aufschmelzmodells einzusteigen. In der Modellvorstellung liegen die kugelförmigen Partikel im Schneckenkanal nach der „Deformations-Zone" | ||
| + | |||
| + | $$\frac{\pi}{3\sqrt{2}} \sim 0,74048 = 74,048 $$ | ||
| + | |||
| + | |||
| + | was bedeutet, dass das freie Volumen einen Anteil von 25,952 % einnimmt. Sobald der Aufschmelzgrad den Schmelzeanteil von 25,952 % überschreitet, | ||