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| grundlagenhandbuch:faserbruchberechnung [2026/05/28 00:01] – deppe2 | grundlagenhandbuch:faserbruchberechnung [2026/09/04 13:20] (aktuell) – [Lösung der Differentialgleichung] paal | ||
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| * Laminare, stationäre Strömung | * Laminare, stationäre Strömung | ||
| * Hochviskose Schmelze | * Hochviskose Schmelze | ||
| - | * Fließverhalten wird beschrieben | + | * Das Fließverhalten wird durch das Potenzgesetz |
| In Anlehnung an [[grundlagenhandbuch: | In Anlehnung an [[grundlagenhandbuch: | ||
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| Bei diesen Versuchen zeigte sich, dass die Verläufe der mittleren Glasfaserlänge über der Einarbeitungszone einen exponentiellen Abfall aufweisen. Schlussfolgernd brechen lange Glasfasern schneller als kurze Fasern und die Glasfaserlängenverteilung ist von der Glasfaserlänge abhängig. Dieser Verlauf wird qualitativ in Abb. 2 dargestellt. | Bei diesen Versuchen zeigte sich, dass die Verläufe der mittleren Glasfaserlänge über der Einarbeitungszone einen exponentiellen Abfall aufweisen. Schlussfolgernd brechen lange Glasfasern schneller als kurze Fasern und die Glasfaserlängenverteilung ist von der Glasfaserlänge abhängig. Dieser Verlauf wird qualitativ in Abb. 2 dargestellt. | ||
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| **Abb. 2:** Qualitativer Verlauf der Glasfaserlänge | **Abb. 2:** Qualitativer Verlauf der Glasfaserlänge | ||
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| Für eine Beschreibung dieses Verhaltens wird folgende Differentialgleichung herangezogen: | Für eine Beschreibung dieses Verhaltens wird folgende Differentialgleichung herangezogen: | ||
| - | $$\frac{dl}{dt} = c \cdot l^{\infty} ; \text{mit} l = \frac{L - L_{\infty}}{L_0 - L_{\infty}} | + | $$\frac{dl}{dt} = c \cdot l^{\infty} ; \text{mit } l = \frac{L - L_{\infty}}{L_0 - L_{\infty}} |
| Der Ursprung dieser Funktion bezieht sich auf die Ausgangsglasfaserlänge $L_0$ mit einer dimensionslosen Faserlänge $l$, welche das Verhältnis der gesuchten Glasfaserlänge $L$ zur Ausgangsfaserlänge $L_0$ beschreibt. Der Funktionsverlauf nähert sich asymptotisch einer prozessbedingten Endlänge $L_{\infty}$. Die weiteren Parameter beschreiben die Geschwindigkeit $c$ und die Empfindlichkeit $\alpha$ bezogen auf einen Faserbruch. | Der Ursprung dieser Funktion bezieht sich auf die Ausgangsglasfaserlänge $L_0$ mit einer dimensionslosen Faserlänge $l$, welche das Verhältnis der gesuchten Glasfaserlänge $L$ zur Ausgangsfaserlänge $L_0$ beschreibt. Der Funktionsverlauf nähert sich asymptotisch einer prozessbedingten Endlänge $L_{\infty}$. Die weiteren Parameter beschreiben die Geschwindigkeit $c$ und die Empfindlichkeit $\alpha$ bezogen auf einen Faserbruch. | ||
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| Für eine Lösung dieser Differentialgleichung und im Speziellen für die Bestimmung der prozessbedingten Endlänge $L_{\infty}$ wird auf die Vorüberlegungen zu Strömungsprozessen im Doppelschneckenextruder zurückgegriffen. | Für eine Lösung dieser Differentialgleichung und im Speziellen für die Bestimmung der prozessbedingten Endlänge $L_{\infty}$ wird auf die Vorüberlegungen zu Strömungsprozessen im Doppelschneckenextruder zurückgegriffen. | ||
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| **Abb. 3:** Scherströmungsbelastung auf eine Faser | **Abb. 3:** Scherströmungsbelastung auf eine Faser | ||
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| Hierin bedeuten $E$ der Faser-E-Modul, | Hierin bedeuten $E$ der Faser-E-Modul, | ||
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| **Abb. 4:** Zweiter Eulersche Knickfall | **Abb. 4:** Zweiter Eulersche Knickfall | ||
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| Nach einer Bilanzierung dieser Kräfte kann ermittelt werden, ob die Faser bricht. Für die folgenden Berechnungen wird davon ausgegangen, | Nach einer Bilanzierung dieser Kräfte kann ermittelt werden, ob die Faser bricht. Für die folgenden Berechnungen wird davon ausgegangen, | ||
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| **Abb. 5:** Berechnungsablauf für die Faserendlänge | **Abb. 5:** Berechnungsablauf für die Faserendlänge | ||
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| $$w\left(\frac{x}{L}\right) = \frac{F \cdot L^2}{48 \cdot E \cdot I} \left(3 \cdot \frac{x}{L} - 4 \cdot \left(\frac{x}{L}\right)^2\right) \tag{4}$$ | $$w\left(\frac{x}{L}\right) = \frac{F \cdot L^2}{48 \cdot E \cdot I} \left(3 \cdot \frac{x}{L} - 4 \cdot \left(\frac{x}{L}\right)^2\right) \tag{4}$$ | ||
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| **Abb. 6:** Resultierende Biegelinie bei belasteter Faser | **Abb. 6:** Resultierende Biegelinie bei belasteter Faser | ||
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| $$I(t = 0) = \frac{1}{c \cdot 0 + k} = 1 \tag{11}$$ | $$I(t = 0) = \frac{1}{c \cdot 0 + k} = 1 \tag{11}$$ | ||
| - | $$\Rightarrow k = 1$$ | + | $$\Rightarrow k = -1$$ |
| Mit folgender Randbedingung ergibt sich das mit dem Faserbruch in Verbindung gebrachte Geschwindigkeitsmaß $c$ zu: | Mit folgender Randbedingung ergibt sich das mit dem Faserbruch in Verbindung gebrachte Geschwindigkeitsmaß $c$ zu: | ||
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| Für den Faserabbaufortschritt in Abhängigkeit der Belastungsdauer $t$ wird die folgende Gleichung zu Grunde gelegt: | Für den Faserabbaufortschritt in Abhängigkeit der Belastungsdauer $t$ wird die folgende Gleichung zu Grunde gelegt: | ||
| - | $$\frac{dl}{dt} = -k \cdot l$$ | + | $$\frac{dl}{dt} = -k \cdot l\tag{22}$$ |
| Für die Berechnung der Faserlängenabnahme über die Zeit muss die Faserbruchrate $k$ und die Faserlänge $l$ bekannt sein. Die Rate umfasst alle mechanischen Prozesse, die zu einem Bruch führen können. Die Biegebelastung kann mit Hilfe des wirkenden Biegemoments $M$, des axialen Trägheitsmoments $I$ und des maximalen Achsabstandes $a_{max}$ berechnet werden. Durch Einfügen des Trägheitsmoments $I$ und des Faserradius $d/2$ für $a_{max}$ sowie durch Umformulieren des Biegemoments ändert sich die Gleichung wie folgt [[grundlagenhandbuch: | Für die Berechnung der Faserlängenabnahme über die Zeit muss die Faserbruchrate $k$ und die Faserlänge $l$ bekannt sein. Die Rate umfasst alle mechanischen Prozesse, die zu einem Bruch führen können. Die Biegebelastung kann mit Hilfe des wirkenden Biegemoments $M$, des axialen Trägheitsmoments $I$ und des maximalen Achsabstandes $a_{max}$ berechnet werden. Durch Einfügen des Trägheitsmoments $I$ und des Faserradius $d/2$ für $a_{max}$ sowie durch Umformulieren des Biegemoments ändert sich die Gleichung wie folgt [[grundlagenhandbuch: | ||
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| - | $$\sigma_{Randfaser} = \frac{M}{I} \cdot a_{max} = \frac{F_{Strömung} \cdot y_{max}}{\frac{\pi d^4}{64}} \cdot \frac{d}{2}$$ | + | $$\sigma_{Randfaser} = \frac{M}{I} \cdot a_{max} = \frac{F_{Strömung} \cdot y_{max}}{\frac{\pi d^4}{64}} \cdot \frac{d}{2} \tag{23}$$ |
| Die Ersatzkraft $F_{Strömung}$ wird aus der Schubspannung der Strömung $\sigma_{Strömung}$ und der Mantelfläche $A_{Mantel}$ bestimmt werden [[grundlagenhandbuch: | Die Ersatzkraft $F_{Strömung}$ wird aus der Schubspannung der Strömung $\sigma_{Strömung}$ und der Mantelfläche $A_{Mantel}$ bestimmt werden [[grundlagenhandbuch: | ||
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| Mit $\sigma_{Strömung} = \eta \cdot \dot{\gamma}_{Strömung}$ und $A_{Mantel} = \pi \cdot d \cdot l$ ergibt sich: | Mit $\sigma_{Strömung} = \eta \cdot \dot{\gamma}_{Strömung}$ und $A_{Mantel} = \pi \cdot d \cdot l$ ergibt sich: | ||
| - | $$F_{Strömung} = \pi \cdot d \cdot l \cdot \eta \cdot \dot{\gamma}_{Strömung}$$ | + | $$F_{Strömung} = \pi \cdot d \cdot l \cdot \eta \cdot \dot{\gamma}_{Strömung} \tag{24}$$ |
| Die maximale Durchbiegung der Faser wird durch folgende Gleichung beschrieben [[grundlagenhandbuch: | Die maximale Durchbiegung der Faser wird durch folgende Gleichung beschrieben [[grundlagenhandbuch: | ||
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| - | $$y_{max} = \frac{\sqrt{8}}{\pi} \cdot \sqrt{1 - \frac{F_{Euler}}{F_{Strömung}}} \cdot l$$ | + | $$y_{max} = \frac{\sqrt{8}}{\pi} \cdot \sqrt{1 - \frac{F_{Euler}}{F_{Strömung}}} \cdot l \tag{25}$$ |
| Neben der Kraft aus der Strömung wird die Kraft, die eine Faser standhalten kann, $F_{Euler}$ auf Grundlage der Euler-Knicktheorie berechnet [[grundlagenhandbuch: | Neben der Kraft aus der Strömung wird die Kraft, die eine Faser standhalten kann, $F_{Euler}$ auf Grundlage der Euler-Knicktheorie berechnet [[grundlagenhandbuch: | ||
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| - | $$F_{Euler} = \frac{\pi^3 \cdot d^4}{64 \cdot l^2} \cdot E$$ | + | $$F_{Euler} = \frac{\pi^3 \cdot d^4}{64 \cdot l^2} \cdot E \tag{26}$$ |
| Um eine Faser zu knicken, muss die von der Strömung erzeugte Kraft mindestens gleich oder größer sein als die diejenige Kraft, die eine Faser standhalten kann. Daher lässt sich das Bruchkriterium wie folgt zusammenfassen: | Um eine Faser zu knicken, muss die von der Strömung erzeugte Kraft mindestens gleich oder größer sein als die diejenige Kraft, die eine Faser standhalten kann. Daher lässt sich das Bruchkriterium wie folgt zusammenfassen: | ||
| - | $$\frac{\sigma_{Randfaser}}{\sigma_{Bruch}} = \frac{F_{Strömung} \cdot y_{max}}{l} \cdot a_{max}$$ | + | $$\frac{\sigma_{Randfaser}}{\sigma_{Bruch}} = \frac{F_{Strömung} \cdot y_{max}}{l} \cdot a_{max} \tag{27}$$ |
| Wird dies als Bruchkriterium $k$ hergenommen, | Wird dies als Bruchkriterium $k$ hergenommen, | ||
| - | $$\frac{dl}{dt} = -\frac{F_{Strömung} \cdot y_{max}}{\varepsilon \cdot E_{CF}} \cdot a_{max} \cdot l \cdot \frac{1}{t}$$ | + | $$\frac{dl}{dt} = -\frac{F_{Strömung} \cdot y_{max}}{\varepsilon \cdot E_{CF}} \cdot a_{max} \cdot l \cdot \frac{1}{t} \tag{28}$$ |
| Mit allen eingesetzten Werten für die Eingabegrößen der Faser $(d, \varepsilon, | Mit allen eingesetzten Werten für die Eingabegrößen der Faser $(d, \varepsilon, | ||
| - | $$k(t,l) = -\frac{32 \cdot \eta \cdot \dot{\gamma} \cdot l^2 \cdot \sqrt{8}}{d^2 \cdot \varepsilon \cdot E_{CF} \cdot \pi} \cdot \sqrt{1 - \frac{\pi^2 \cdot E_{CF} \cdot d^3}{64 \cdot \eta \cdot \dot{\gamma} \cdot l^3}} \cdot \frac{1}{t_r}$$ | + | $$k(t,l) = -\frac{32 \cdot \eta \cdot \dot{\gamma} \cdot l^2 \cdot \sqrt{8}}{d^2 \cdot \varepsilon \cdot E_{CF} \cdot \pi} \cdot \sqrt{1 - \frac{\pi^2 \cdot E_{CF} \cdot d^3}{64 \cdot \eta \cdot \dot{\gamma} \cdot l^3}} \cdot \frac{1}{t_r} \tag{29}$$ |
| Um eine analytische Lösung zu ermöglichen, | Um eine analytische Lösung zu ermöglichen, | ||
| - | $$\frac{l_i - l_{i-1}}{\Delta t} = -\frac{32 \cdot \eta \cdot \dot{\gamma} \cdot l_{i-1} \cdot \sqrt{8}}{d^2 \cdot \varepsilon \cdot E_{CF} \cdot \pi} \cdot \sqrt{1 - \frac{\pi^2 \cdot E_{CF} \cdot d^3}{64 \cdot \eta \cdot \dot{\gamma} \cdot l_{i-1}^3}} \cdot \frac{1}{t} \cdot l_{i-1}^2$$ | + | $$\frac{l_i - l_{i-1}}{\Delta t} = -\frac{32 \cdot \eta \cdot \dot{\gamma} \cdot l_{i-1} \cdot \sqrt{8}}{d^2 \cdot \varepsilon \cdot E_{CF} \cdot \pi} \cdot \sqrt{1 - \frac{\pi^2 \cdot E_{CF} \cdot d^3}{64 \cdot \eta \cdot \dot{\gamma} \cdot l_{i-1}^3}} \cdot \frac{1}{t} \cdot l_{i-1}^2 |
| ===== Symbolverzeichnis ===== | ===== Symbolverzeichnis ===== | ||