Unterschiede
Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen angezeigt.
| Beide Seiten der vorigen RevisionVorhergehende ÜberarbeitungNächste Überarbeitung | Vorhergehende Überarbeitung | ||
| grundlagenhandbuch:materialkenngroessen:gefuellte_polymere [2026/01/27 12:45] – deppe2 | grundlagenhandbuch:materialkenngroessen:gefuellte_polymere [2026/01/27 13:21] (aktuell) – [Porosität] neelest | ||
|---|---|---|---|
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
| ====== Gefüllte Polymere ====== | ====== Gefüllte Polymere ====== | ||
| - | |||
| - | |||
| - | *[[Grundlagenhandbuch: | ||
| - | *[[Grundlagenhandbuch: | ||
| - | *[[Grundlagenhandbuch: | ||
| - | *[[Grundlagenhandbuch: | ||
| ===== Zugfestigkeit ===== | ===== Zugfestigkeit ===== | ||
| - | Die Zugfestigkeit von Agglomeraten ist definiert als die maximale Zugkraft $F_N$, bezogen auf die Querschnittsfläche eines Agglomerates, | + | Die Zugfestigkeit von Agglomeraten ist definiert als die maximale Zugkraft $F_N$, bezogen auf die Querschnittsfläche eines Agglomerates, |
| {{ : | {{ : | ||
| - | |||
| - | **Abbildung: | ||
| Die Zugfestigkeit ergibt sich somit aus der Summe der einzelnen Haftkräfte bezogen auf die Querschnittsfläche der Agglomerate: | Die Zugfestigkeit ergibt sich somit aus der Summe der einzelnen Haftkräfte bezogen auf die Querschnittsfläche der Agglomerate: | ||
| Zeile 19: | Zeile 11: | ||
| $$\sigma_z = \frac{F_{N, | $$\sigma_z = \frac{F_{N, | ||
| - | Da das Kraft - Dehnungsverhalten der Agglomerate weitgehend unbekannt ist, ist diese Beziehung aber ohne praktische Bedeutung. Schubert | + | Da das Kraft - Dehnungsverhalten der Agglomerate weitgehend unbekannt ist, ist diese Beziehung aber ohne praktische Bedeutung. Schubert hat verschiedene Ansätze zur Beschreibung der Zugfestigkeit von Agglomeraten zusammengetragen. Unter anderen wird ein Ansatz von Rumpf für statistisch gepackte, monodisperse Partikel vorgestellt: |
| $$\sigma_z = (1 - \varepsilon) \cdot k \cdot \frac{F_H}{A_p} = \frac{(1 - \varepsilon)}{\varepsilon} \cdot \frac{F_H}{d_p^2}$$ | $$\sigma_z = (1 - \varepsilon) \cdot k \cdot \frac{F_H}{A_p} = \frac{(1 - \varepsilon)}{\varepsilon} \cdot \frac{F_H}{d_p^2}$$ | ||
| Zeile 27: | Zeile 19: | ||
| {{ : | {{ : | ||
| - | **Abbildung: | ||
| Man erkennt, dass Flüssigkeitsbrücken und van-der-Waals Kräfte den größten Einfluss auf die Haftkraft haben. Elektrostatische Bindungskräfte haben eine größere Reichweite, so dass sie hauptsächlich für Anlagerungsvorgänge von Bedeutung sind. Man erkennt außerdem, dass der Schwerkrafteinfluss erst bei großen Partikeldurchmessern (1,6 mm) überwiegt. Zu beachten ist hierbei, dass dieser Wert für ideal glatte Kugel berechnet wurde. Für reale Systeme dürfte dieser Wert weit niedriger liegen. | Man erkennt, dass Flüssigkeitsbrücken und van-der-Waals Kräfte den größten Einfluss auf die Haftkraft haben. Elektrostatische Bindungskräfte haben eine größere Reichweite, so dass sie hauptsächlich für Anlagerungsvorgänge von Bedeutung sind. Man erkennt außerdem, dass der Schwerkrafteinfluss erst bei großen Partikeldurchmessern (1,6 mm) überwiegt. Zu beachten ist hierbei, dass dieser Wert für ideal glatte Kugel berechnet wurde. Für reale Systeme dürfte dieser Wert weit niedriger liegen. | ||
| Zeile 34: | Zeile 25: | ||
| ===== Messung von Zugfestigkeiten ===== | ===== Messung von Zugfestigkeiten ===== | ||
| - | + | Hierbei werden die zu untersuchenden Agglomerate in die runde Probenaufnahme gegeben, komprimiert und dann noch getwistet. Unter Twisten versteht man das vom Jenike - Schergerät bekannte Verdrehen des Komprimierungsstabes in der Probenaufnahme, | |
| - | Hierbei werden die zu untersuchenden Agglomerate in die runde Probenaufnahme gegeben, komprimiert und dann noch getwistet. Unter Twisten versteht man das vom Jenike - Schergerät bekannte Verdrehen des Komprimierungsstabes in der Probenaufnahme, | + | |
| Nachfolgend ist exemplarisch die Zugfestigkeit von Talkum in Abhängigkeit der Porosität aufgetragen. | Nachfolgend ist exemplarisch die Zugfestigkeit von Talkum in Abhängigkeit der Porosität aufgetragen. | ||
| Zeile 41: | Zeile 31: | ||
| {{ : | {{ : | ||
| - | **Abbildung: | ||
| - | Die Messungen dieser Werte fanden auf einem Gerät statt, welches prinzipiell dem oben dargestellten ähnelt. Es ist im Detail in [6] beschrieben. | + | Die Messungen dieser Werte fanden auf einem Gerät statt. |
| ===== Porosität ===== | ===== Porosität ===== | ||
| Zeile 62: | Zeile 51: | ||
| Poren bedingen bei Einzelpartikeln die Porosität $\psi_p$. Agglomeriert man derartige Partikel, erhält man die Agglomeratporosität $\psi_a$. Sie ist das Verhältnis vom Hohlraumvolumen zwischen den Partikeln zum Agglomeratvolumen. Problematisch bei dieser Definition ist die Angabe des Agglomeratvolumens in Hinblick auf die Randzonen. | Poren bedingen bei Einzelpartikeln die Porosität $\psi_p$. Agglomeriert man derartige Partikel, erhält man die Agglomeratporosität $\psi_a$. Sie ist das Verhältnis vom Hohlraumvolumen zwischen den Partikeln zum Agglomeratvolumen. Problematisch bei dieser Definition ist die Angabe des Agglomeratvolumens in Hinblick auf die Randzonen. | ||
| - | Wird ein Haufwerk aus Agglomeraten gebildet, so stellt sich zusätzlich die Schüttgutporosität $\psi_b$ ein, die das Verhältnis vom Hohlraumvolumen zwischen den Agglomeraten zum Gesamtvolumen des Haufwerks ist (Bild 2.35 b). Die Gesamtporosität $\psi$ setzt sich aus den einzelnen Porositäten zusammen. Es gilt: | + | Wird ein Haufwerk aus Agglomeraten gebildet, so stellt sich zusätzlich die Schüttgutporosität $\psi_b$ ein, die das Verhältnis vom Hohlraumvolumen zwischen den Agglomeraten zum Gesamtvolumen des Haufwerks ist. Die Gesamtporosität $\psi$ setzt sich aus den einzelnen Porositäten zusammen. Es gilt: |
| $$(1 - \psi) = (1 - \psi_p)(1 - \psi_a)(1 - \psi_b)$$ | $$(1 - \psi) = (1 - \psi_p)(1 - \psi_a)(1 - \psi_b)$$ | ||
| Zeile 68: | Zeile 57: | ||
| {{ : | {{ : | ||
| - | **Abbildung: | + | **Abbildung: |
| - | Im allgemeinen | + | Im Allgemeinen |
| $$\rho_p = (1 - \psi_p) \cdot \rho_f$$ | $$\rho_p = (1 - \psi_p) \cdot \rho_f$$ | ||
| Zeile 86: | Zeile 75: | ||
| {{ : | {{ : | ||
| - | |||
| - | **Abbildung: | ||
| Für die Ermittlung der Porosität von Agglomeraten oder Einzelpartikeln stehen eine Reihe von Messmethoden zur Verfügung. Erwähnt seinen hier nur die Bildanalyse und das Quecksilberporosimeter. | Für die Ermittlung der Porosität von Agglomeraten oder Einzelpartikeln stehen eine Reihe von Messmethoden zur Verfügung. Erwähnt seinen hier nur die Bildanalyse und das Quecksilberporosimeter. | ||
| Zeile 100: | Zeile 87: | ||
| ==== Quecksilber-Penetrationsmethode ==== | ==== Quecksilber-Penetrationsmethode ==== | ||
| - | Diese von Washburn | + | Diese von Washburn 1921 vorgeschlagene Methode eignet sich zur Bestimmung des Porenvolumens und der Porenradienverteilung. Quecksilber benetzt sehr schlecht und umhüllt die Agglomerate. Das von dem Agglomerat verdrängte Quecksilbervolumen wird von einem Quecksilber Porosimeter gemessen. |
| - | + | ||
| - | **Abbildung: | + | |
| Bei bekannter Feststoffdichte ergibt sich die Agglomeratdichte entsprechend DIN 53193 oder DIN 51057 aus dem verdrängten Volumen und der Massendifferenz. In Abhängigkeit vom aufgewendeten Druck dringt Quecksilber entsprechend der Gauß-Laplace Gleichung | Bei bekannter Feststoffdichte ergibt sich die Agglomeratdichte entsprechend DIN 53193 oder DIN 51057 aus dem verdrängten Volumen und der Massendifferenz. In Abhängigkeit vom aufgewendeten Druck dringt Quecksilber entsprechend der Gauß-Laplace Gleichung | ||
| Zeile 109: | Zeile 94: | ||
| mit: | mit: | ||
| - | * p = aufgewendeter Druck, | + | * $p$ = aufgewendeter Druck, |
| * $\sigma$ = Oberflächenspannung des Quecksilbers, | * $\sigma$ = Oberflächenspannung des Quecksilbers, | ||
| * $\Theta$ = Randwinkel von Quecksilber, | * $\Theta$ = Randwinkel von Quecksilber, | ||
| - | * r = Porenradius | + | * $r$ = Porenradius |
| - | in kleine Poren ein. Mit dieser Gleichung lässt sich die Porenradienverteilung berechnen | + | in kleine Poren ein. Mit dieser Gleichung lässt sich die Porenradienverteilung berechnen. Bei höheren Drücken muss die Kompressibilität des Quecksilbers berücksichtigt werden. |