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| ====== Polymerblends ====== | ====== Polymerblends ====== | ||
| - | | + | ===== Grenzflächenspannung von Polymerblends ===== |
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| + | Die Grenzflächenspannung kann experimentell durch verschiedene Methoden bestimmt werden, unter anderem mit: | ||
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| + | * " | ||
| + | * " | ||
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| + | Die " | ||
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| + | Diese sinusförmigen Kapillarwellen oder Fadeneinschnürungen werden in großen Zeitintervallen in einen Rechner eingelesen und ausgewertet. | ||
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| + | Von dem Faden werden der Ausgangsdurchmesser $D_0$, die Wellenlänge $\lambda$ der größte und der kleinste Fadendurchmesser $D_{max}$ und $D_{min}$ gemessen. Nachfolgendes Bild zeigt die prinzipielle Form einer solchen Kapillarwelle mit ihren für die theoretische Betrachtung kennzeichnenden Größen. | ||
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| + | {{ :grundlagenhandbuch:materialkenngroessen:de_sigma150_dlg_grundlagenhandbuch_materialkenngroessen_023.svg? | ||
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| + | **Abbildung: | ||
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| + | Die Grenzflächenspannung | ||
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| + | $$\gamma_{12} = \frac{q \cdot \eta_c \cdot D_0}{\Omega(p, | ||
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| + | Die Amplitudenwachstumsrate $q$ kann aus der Steigung $S$ der relativen Amplitude $\log\left(2 \cdot \frac{a_s}{D_0}\right)$ über der Zeit t bestimmt werden: | ||
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| + | $$q = S \cdot \ln 10$$ | ||
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| + | **Abbildung: | ||
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| + | Für die Schwingungsamplitude gilt hierbei: | ||
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| + | $$a_s = \frac{D_{max} - D_{min}}{4}$$ | ||
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| + | Zur Berechnung der Grenzflächenspannung $\gamma_{12}$ wird in dieser Arbeit die dimensionslose Wachstumsrate $\Omega(p, | ||
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| + | $$p = \frac{\eta_d}{\eta_c}$$ | ||
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| + | und für die Wellenzahl, die experimentell gemessen wird: | ||
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| + | $$X = \frac{\pi \cdot D_0}{\lambda}$$ | ||
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| + | Im nachfolgenden Bild ist der Verlauf der dimensionslosen Wachstumsrate $Ω$ in Abhängigkeit vom Viskositätsverhältnis $p$ und der Wellenzahl $X$ dargestellt. Die durchgezogene Linie zeigt die Maxima der dimensionslosen Wachstumsrate $Ω_m$. | ||
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| + | Trägt man die ermittelten $\gamma_{12}$ - Werte für unterschiedliche Temperaturen $T$ auf, so können die Wertepaare oberhalb der Kristallitschmelz- $T_K$ für teilkristalline Polymerpaare bzw. Glasübergangstemperatur $T_G$ für amorphe Polymerpaare durch eine lineare Approximationsfunktion der Form angenähert werden: | ||
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| + | $$\gamma_{12}(T) = \gamma_{12, | ||
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| + | **Abbildung fliegt evtl. raus. Text brauch ggf. ebenfalls angepasst werden.** | ||
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| + | **Abbildung: | ||
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| + | Der Wert $\gamma_{12, | ||
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| + | {{ : | ||
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| + | **Abbildung: | ||
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| + | In der Literatur findet man für den Betrag der Steigung der Geraden den Näherungswert $\gamma_{12, | ||
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| + | Die Methode des " | ||
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| + | $$\gamma_{12} = g \cdot \Delta\rho \cdot d_1^2 \cdot \frac{1}{H}$$ | ||
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| + | {{ : | ||
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| + | **Abbildung: | ||
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| + | Darin ist g die Erdbeschleunigung, | ||
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| + | $$S = \frac{d_2}{d_1}$$ | ||
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| + | ermittelt wird. Dabei ist $d_1$ der größte Tropfendurchmesser und $d_2$ der Tropfendurchmesser im Abstand $d_1$ vom Scheitelpunkt. Werte des Korrekturfaktors 1/H lassen sich auf der Grundlage von Tabellen auf numerische Weise mit Hilfe der folgenden Gleichungen ermitteln: | ||
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| + | $$\frac{1}{H} = \left(\frac{0, | ||
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| + | für $0,401 \leq S \leq 0,46$ | ||
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| + | $$\frac{1}{H} = \left(\frac{0, | ||
| + | |||
| + | für $0,46 \leq S \leq 0,59$ | ||
| + | |||
| + | $$\frac{1}{H} = \left(\frac{0, | ||
| + | |||
| + | für $0,59 \leq S \leq 0,68$ | ||
| + | |||
| + | $$\frac{1}{H} = \left(\frac{0, | ||
| + | |||
| + | für $0,68 \leq S \leq 0,90$ | ||
| + | |||
| + | $$\frac{1}{H} = \left(\frac{0, | ||
| + | |||
| + | für $0,90 \leq S \leq 1,00$ | ||
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| + | Damit kann die Grenzflächen- oder Oberflächenspannung aus den Werten zweier Durchmesser sowie den Schmelzedichten berechnet werden. Es muss jedoch sichergestellt sein, dass sich der Schmelzetropfen mit seiner umgebenden Phase im Gleichgewichtszustand befindet. Bei niedrigviskosen Newton' | ||
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| + | Abgesehen vom optischen Aufwand ist diese Methode apparativ einfach, erfordert in der Praxis jedoch erhebliches Geschick zur Bildung auswertbarer Tropfen. Des weiteren müssen zur erfolgreichen Versuchsdurchführung verschiedene Voraussetzungen und Einflüsse berücksichtigt werden. In die Berechnung der Grenzflächen- und Oberflächenspannung geht die Differenz der Schmelzedichten ein, die für Polymere bei beliebigen Temperaturen in der Literatur nur vereinzelt vorliegen. Somit müssen diese Daten experimentell bestimmt werden und sind daher mit einem Fehler behaftet. Bei der praktischen Anwendung dieses Verfahrens existieren zudem methodische Restriktionen. Bei der Messung der Grenzflächenspannung wird der Schmelzetropfen in der kontinuierlichen Schmelzephase eines zweiten Polymers gebildet. Notwendige Bedingungen für eine geeignete Materialkombination sind jedoch Unverträglichkeit der Polymere sowie eine nicht zu hohe Schmelzeviskosität der kontinuierlichen Phase, die zur optischen Erfassung der Tropfenkontur zusätzlich transparent sein muss. Des weiteren kann beim Aufschmelzprozess beider Phasen aufgrund von Ausgasungs- oder Zersetzungserscheinungen Blasenbildung auftreten, die zu einer veränderten Tropfenform und somit zu unrealistischen Ergebnissen führt. | ||
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| + | Das Messprinzip der Methode des " | ||
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| + | **Abbildung: | ||
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| + | Das Profil des Tropfens wird von der Grenzflächen- bzw. Oberflächenspannung, | ||
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| + | $$\gamma_{12} = \frac{\Delta\rho \cdot \omega^2}{4 \cdot Q}$$ | ||
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| + | mit W der Winkelgeschwindigkeit der Kapillare und einer Konstanten Q, definiert durch: | ||
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| + | $$L_0 = \frac{(4/3) \cdot (Q \cdot R^3 + 1)}{(Q \cdot R^3)^{1/ | ||
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| + | In dieser Gleichung ist $L_0$ die Gleichgewichtslänge des rotierenden Tropfens und R der Tropfenradius. Diese Methode hat sich besonders für die Messung von Systemen mit extrem niedrigen Grenzflächenspannungen durchgesetzt. Durch moderne Mess- und Regeltechnik sind noch Messungen bis zu $10^{-5}$ - $10^{-6}$ mN/m möglich. Daneben zeichnet sich dieses Prinzip dadurch aus, dass die Grenzfläche durch keinen Fremdkörper gestört wird und zudem Entmischungsvorgänge sowie Zwischenphasenbildungen beobachtet werden können. Nachteilig wirkt sich bei dieser Methode das langsame Einstellen des Gleichgewichtszustandes aus. So wurde bei der Messung von Flüssigkeiten mittlerer Viskosität (300-500 Pas) ein entsprechender Zustand erst nach mehr als drei Stunden bei 6100 1/min erreicht. | ||