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grundlagenhandbuch:strangabkuehlung [2026/02/09 21:42] – [Bestimmung des Temperaturfeldes] neelestgrundlagenhandbuch:strangabkuehlung [2026/09/04 13:43] (aktuell) – [Konvergenzkriterium] paal
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 Ab der SIGMA-Version 11.1 gibt es erstmals die Möglichkeit, eine Wasserbad-Strangabkühlung zu modellieren. Hiermit kann die Temperaturverteilung innerhalb eines Polymerstrangs zu bestimmten Zeitpunkten ermittelt werden. Somit lassen sich Rückschlüsse auf die notwendigen Kühlzeiten bzw. Wasserbadlängen ziehen, sodass die Dimensionierung einer derartigen Kühlstrecke maßgeblich vereinfacht wird. Ab der SIGMA-Version 11.1 gibt es erstmals die Möglichkeit, eine Wasserbad-Strangabkühlung zu modellieren. Hiermit kann die Temperaturverteilung innerhalb eines Polymerstrangs zu bestimmten Zeitpunkten ermittelt werden. Somit lassen sich Rückschlüsse auf die notwendigen Kühlzeiten bzw. Wasserbadlängen ziehen, sodass die Dimensionierung einer derartigen Kühlstrecke maßgeblich vereinfacht wird.
  
-Die Temperaturverteilung wird mit Hilfe der Finiten-Differenzen-Methode (FDM) numerisch ermittelt. Komplexe Wärmeleitvorgänge können mit Hilfe der Fourier-Differential-Gleichung (vgl. Gleichung 3) dargestellt werden. Hierbei handelt es sich um partielle Differentialgleichungen, d. h. Funktionen mit Ableitungen von zwei oder mehr Variablen, die nicht ohne weiteres analytisch gelöst werden können. Bei der FDM werden die partiellen Ableitungen vereinfachend als Differenzenquotienten approximiert, sodass eine Näherungslösung des Problems berechnet werden kann[[grundlagenhandbuch:strangabkuehlung#literaturverzeichnis|[FP08][Mart11]]]+Die Temperaturverteilung wird mit Hilfe der Finiten-Differenzen-Methode (FDM) numerisch ermittelt. Komplexe Wärmeleitvorgänge können mit Hilfe der Fourier-Differential-Gleichung (vgl. Gleichung 3) dargestellt werden. Hierbei handelt es sich um eine partielle Differentialgleichung, d. h. eine Funktion mit Ableitungen von zwei oder mehr Variablen, die nicht ohne weiteres analytisch gelöst werden kann. Bei der FDM werden partielle Ableitungen vereinfachend als Differenzenquotienten approximiert, sodass eine Näherungslösung des Problems berechnet werden kann [[grundlagenhandbuch:strangabkuehlung#literatur |[FP08]]], [[grundlagenhandbuch:strangabkuehlung#literatur |[Mar11]]].
  
-Die vorliegende Geometrie wird diskretisiert, d. h. dass eine endliche (finite) Anzahl an Stützstellen (oder auch Knotenpunkten) über die Geometrie gelegt wird. Für diese Stützstellen werden dann jeweils Temperaturen berechnet. Es wird ersichtlich, dass mit steigendem Diskretisierungsgrad, d. h. mit höherer Knotenpunktanzahl eine feinere Auflösung der Temperaturverteilung erreicht und damit genauere Berechnungsergebnisse erzielt werden können[[grundlagenhandbuch:strangabkuehlung#literaturverzeichnis|[FP08][Mart11]]]+Die vorliegende Geometrie wird diskretisiert, d. h. dass eine endliche (finite) Anzahl an Stützstellen (oder auch Knotenpunkten) über die Geometrie gelegt wird. Für diese Stützstellen werden dann jeweils Temperaturen berechnet. Es wird ersichtlich, dass mit steigendem Diskretisierungsgrad, d. h. mit höherer Knotenpunktanzahl eine feinere Auflösung der Temperaturverteilung erreicht und damit genauere Berechnungsergebnisse erzielt werden können [[grundlagenhandbuch:strangabkuehlung#literatur |[FP08]]], [[grundlagenhandbuch:strangabkuehlung#literatur |[Mar11]]].
  
 Im Folgenden wird die Anwendung der Finiten-Differenzen-Methode auf das Problem der Strangabkühlung erläutert; hierfür wird zunächst die Modellierung bzw. die Diskretisierung des Problems dargestellt. Anschließend wird die Berechnung von Problemen mit instationärer Wärmeleitung sowie die Lösung mit Hilfe der Differenzenquotienten beschrieben. Im Folgenden wird die Anwendung der Finiten-Differenzen-Methode auf das Problem der Strangabkühlung erläutert; hierfür wird zunächst die Modellierung bzw. die Diskretisierung des Problems dargestellt. Anschließend wird die Berechnung von Problemen mit instationärer Wärmeleitung sowie die Lösung mit Hilfe der Differenzenquotienten beschrieben.
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 In Längenrichtung wird der Strang in M Segmente mit dem Laufindex i unterteilt. Da die Zeit bei der instationären Wärmeleitung relevant ist, wird diese über die Kühlstreckenlänge L bzw. die Position x und die Abzugsgeschwindigkeit v ausgedrückt. Das bedeutet konkret, dass der Index i für eine Position x steht, an der sich der Strang bereits eine bestimmte Zeit t in Kontakt zum Kühlmedium befindet. Die Länge der einzelnen Teilintervalle (oder auch die Schrittweite) in Längenrichtung lässt sich mit In Längenrichtung wird der Strang in M Segmente mit dem Laufindex i unterteilt. Da die Zeit bei der instationären Wärmeleitung relevant ist, wird diese über die Kühlstreckenlänge L bzw. die Position x und die Abzugsgeschwindigkeit v ausgedrückt. Das bedeutet konkret, dass der Index i für eine Position x steht, an der sich der Strang bereits eine bestimmte Zeit t in Kontakt zum Kühlmedium befindet. Die Länge der einzelnen Teilintervalle (oder auch die Schrittweite) in Längenrichtung lässt sich mit
  
-$$\Delta x = \frac{L}{M} \tag{Gleichung 1}$$ +$$\Delta x = \frac{L}{M} \tag{1}$$ 
  
 berechnen. Weiter wird der Querschnitt in radialer Richtung in N Segmente mit dem Laufindex j unterteilt. Hier ergibt sich die Schrittweite mit dem Radius des Stranges R zu: berechnen. Weiter wird der Querschnitt in radialer Richtung in N Segmente mit dem Laufindex j unterteilt. Hier ergibt sich die Schrittweite mit dem Radius des Stranges R zu:
  
-$$\Delta r = \frac{R}{N} \tag{Gleichung 2}$$+$$\Delta r = \frac{R}{N} \tag{2}$$
  
 Die gesuchten Temperaturen haben demnach zwei Indizes $(T_{i,j})$ und liegen jeweils in der Mitte der definierten Intervalle, vergleiche Abbildung 2. Die gesuchten Temperaturen haben demnach zwei Indizes $(T_{i,j})$ und liegen jeweils in der Mitte der definierten Intervalle, vergleiche Abbildung 2.
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 ===== Bestimmung des Temperaturfeldes ===== ===== Bestimmung des Temperaturfeldes =====
  
-Zur Bestimmung zeitlich veränderlicher Temperaturfelder innerhalb eines Körpers wird die Fourier-Differential-Gleichung betrachtet (hier in Zylinderkoordinaten)[[grundlagenhandbuch:strangabkuehlung#literaturverzeichnis|[VDI06]]]+Zur Bestimmung zeitlich veränderlicher Temperaturfelder innerhalb eines Körpers wird die Fourier-Differential-Gleichung betrachtet (hier in Zylinderkoordinaten) [[grundlagenhandbuch:strangabkuehlung#literatur |[VDI06]]]:
  
-$$\rho c_p \frac{\partial T}{\partial t} = -\lambda \left[\frac{\partial^2 T}{\partial r^2} + \frac{1}{r} \frac{\partial T}{\partial r} + \frac{1}{r^2} \frac{\partial T}{\partial \varphi^2} + \frac{\partial^2 T}{\partial z^2}\right] \pm \dot{q}_s \tag{Gleichung 3}$$ +$$\rho c_p \frac{\partial T}{\partial t} = -\lambda \left[\frac{\partial^2 T}{\partial r^2} + \frac{1}{r} \frac{\partial T}{\partial r} + \frac{1}{r^2} \frac{\partial T}{\partial \varphi^2} + \frac{\partial^2 T}{\partial z^2}\right] \pm \dot{q}_s \tag{3}$$ 
 Für das betrachtete Problem (d. h. keine externe Wärmequelle, kein Temperaturgradient in Winkelrichtung) vereinfacht sich der Ausdruck folgendermaßen: Für das betrachtete Problem (d. h. keine externe Wärmequelle, kein Temperaturgradient in Winkelrichtung) vereinfacht sich der Ausdruck folgendermaßen:
  
-$$\frac{\partial T}{\partial t} = \frac{\lambda}{\rho \cdot c_p} \cdot \left[\frac{\partial^2 T}{\partial r^2} + \frac{1}{r} \frac{\partial T}{\partial r}\right] \tag{Gleichung 4}$$ +$$\frac{\partial T}{\partial t} = \frac{\lambda}{\rho \cdot c_p} \cdot \left[\frac{\partial^2 T}{\partial r^2} + \frac{1}{r} \frac{\partial T}{\partial r}\right] \tag{4}$$ 
  
 Für exakte Lösungen müssen die partiellen Ableitungen bestimmt werden. Die Finite-Differenzen-Methode liefert eine Näherungslösung, wobei der eingebrachte Fehler durch einen steigenden Diskretisierungsgrad minimiert werden kann. Allerdings erhöht sich hiermit auch der Rechenaufwand. Für exakte Lösungen müssen die partiellen Ableitungen bestimmt werden. Die Finite-Differenzen-Methode liefert eine Näherungslösung, wobei der eingebrachte Fehler durch einen steigenden Diskretisierungsgrad minimiert werden kann. Allerdings erhöht sich hiermit auch der Rechenaufwand.
  
-Zur Approximation der partiellen Ableitungen wird eine Taylorreihenentwicklung durchgeführt: Die Entwicklung der Temperatur ergibt für einen kleinen Zeitschritt[[grundlagenhandbuch:strangabkuehlung#literaturverzeichnis|[BK97]]]+Zur Approximation der partiellen Ableitungen wird eine Taylorreihenentwicklung durchgeführt: Die Entwicklung der Temperatur ergibt für einen kleinen Zeitschritt [[grundlagenhandbuch:strangabkuehlung#literatur |[BK97]]]:
  
-$$T_{t+\Delta t,r} = T_{t,r} + \frac{\partial T}{\partial t} \Delta t + \cdots \tag{Gleichung 5}$$+ 
 +$$T_{t+\Delta t,r} = T_{t,r} + \frac{\partial T}{\partial t} \Delta t + \cdots \tag{5}$$
  
 Diese wird nach dem ersten Glied abgebrochen, sodass sich Diese wird nach dem ersten Glied abgebrochen, sodass sich
  
-$$\frac{\partial T}{\partial t} = \frac{T_{t+\Delta t,r} - T_{t,r}}{\Delta t} \tag{Gleichung 6}$$+$$\frac{\partial T}{\partial t} = \frac{T_{t+\Delta t,r} - T_{t,r}}{\Delta t} \tag{6}$$
  
 ergibt. Mit ergibt. Mit
  
-$$\frac{\partial T}{\partial t} = \frac{T_{t+\Delta t,r} - T_{t,r}}{\Delta t} = \frac{T_{i+1,j} - T_{i,j}}{\Delta t} \tag{Gleichung 7}$$ +$$\frac{\partial T}{\partial t} = \frac{T_{t+\Delta t,r} - T_{t,r}}{\Delta t} = \frac{T_{i+1,j} - T_{i,j}}{\Delta t} \tag{7}$$ 
  
-wird die erste der drei partiellen Ableitungen angenähert. Eine Taylorreihenentwicklung der Temperatur in radiale Richtung mit Abbruch nach dem zweiten Glied liefert[[grundlagenhandbuch:strangabkuehlung#literaturverzeichnis|[BK97]]]+wird die erste der drei partiellen Ableitungen angenähert. Eine Taylorreihenentwicklung der Temperatur in radiale Richtung mit Abbruch nach dem zweiten Glied liefert [[grundlagenhandbuch:strangabkuehlung#literatur |[BK97]]] 
 +:
  
-$$T_{i,j+1} = T_{i,j} + \frac{\partial T}{\partial r} \Delta r + \frac{1}{2} \frac{\partial^2 T}{\partial r^2} \Delta r^2 + \cdots \tag{Gleichung 8}$$ +$$T_{i,j+1} = T_{i,j} + \frac{\partial T}{\partial r} \Delta r + \frac{1}{2} \frac{\partial^2 T}{\partial r^2} \Delta r^2 + \cdots \tag{8}$$ 
  
-$$T_{i,j-1} = T_{i,j} - \frac{\partial T}{\partial r} \Delta r + \frac{1}{2} \frac{\partial^2 T}{\partial r^2} \Delta r^2 + \cdots \tag{Gleichung 9}$$+$$T_{i,j-1} = T_{i,j} - \frac{\partial T}{\partial r} \Delta r + \frac{1}{2} \frac{\partial^2 T}{\partial r^2} \Delta r^2 + \cdots \tag{9}$$
  
 Diese beiden Gleichungen werden addiert: Diese beiden Gleichungen werden addiert:
  
-$$\frac{\partial^2 T}{\partial r^2} = \frac{T_{i,j+1} - 2T_{i,j} + T_{i,j-1}}{\Delta r^2} \tag{Gleichung 10}$$ +$$\frac{\partial^2 T}{\partial r^2} = \frac{T_{i,j+1} - 2T_{i,j} + T_{i,j-1}}{\Delta r^2} \tag{10}$$ 
  
 Durch Einsetzen von Gleichung 10 in Gleichung 8 oder Gleichung 9 ergibt sich: Durch Einsetzen von Gleichung 10 in Gleichung 8 oder Gleichung 9 ergibt sich:
  
-$$\frac{\partial T}{\partial r} = \frac{T_{i,j+1} - T_{i,j-1}}{2 \cdot \Delta r} \tag{Gleichung 11}$$ +$$\frac{\partial T}{\partial r} = \frac{T_{i,j+1} - T_{i,j-1}}{2 \cdot \Delta r} \tag{11}$$ 
  
 Hiermit sind alle partiellen Ableitungen näherungsweise bestimmt. Einsetzen in Gleichung 4 liefert: Hiermit sind alle partiellen Ableitungen näherungsweise bestimmt. Einsetzen in Gleichung 4 liefert:
  
-$$\frac{T_{i+1,j} - T_{i,j}}{\Delta t} = a \left[\frac{T_{i,j+1} - 2T_{i,j} + T_{i,j-1}}{\Delta r^2} + \frac{1}{r} \frac{T_{i,j+1} - T_{i,j-1}}{2 \cdot \Delta r}\right] \tag{Gleichung 12}$$ +$$\frac{T_{i+1,j} - T_{i,j}}{\Delta t} = a \left[\frac{T_{i,j+1} - 2T_{i,j} + T_{i,j-1}}{\Delta r^2} + \frac{1}{r} \frac{T_{i,j+1} - T_{i,j-1}}{2 \cdot \Delta r}\right] \tag{12}$$ 
  
 Nach einigen Vereinfachungen ergibt sich folgender Ausdruck: Nach einigen Vereinfachungen ergibt sich folgender Ausdruck:
  
-$$T_{i+1,j} = T_{i,j} + \frac{\Delta t \cdot a}{R^2} \left[(T_{i,j+1} - 2T_{i,j} + T_{i,j-1}) \cdot N^2 + \frac{N}{j} \cdot \frac{T_{i,j+1} - T_{i,j-1}}{2}\right] \tag{Gleichung 13}$$ +$$T_{i+1,j} = T_{i,j} + \frac{\Delta t \cdot a}{R^2} \left[(T_{i,j+1} - 2T_{i,j} + T_{i,j-1}) \cdot N^2 + \frac{N^2}{j} \cdot \frac{T_{i,j+1} - T_{i,j-1}}{2}\right] \tag{13}$$ 
  
 Zusätzlich kann der Zeitunterschied t durch das Verhältnis der Länge zur Abzugsgeschwindigkeit beschrieben werden: Zusätzlich kann der Zeitunterschied t durch das Verhältnis der Länge zur Abzugsgeschwindigkeit beschrieben werden:
  
-$$T_{i+1,j} = T_{i,j} + \frac{\Delta x \cdot a}{v_{ab} \cdot R^2} \left[(T_{i,j+1} - 2T_{i,j} + T_{i,j-1}) \cdot N^2 + \frac{N^2 T_{i,j+1} - T_{i,j-1}}{j \cdot 2}\right] \tag{Gleichung 14}$$+$$T_{i+1,j} = T_{i,j} + \frac{\Delta x \cdot a}{v_{ab} \cdot R^2} \left[(T_{i,j+1} - 2T_{i,j} + T_{i,j-1}) \cdot N^2 + \frac{N^2}{j} \cdot \frac{T_{i,j+1} - T_{i,j-1}}{2}\right] \tag{14}$$
  
-$$T_{i+1,j} = T_{i,j} + \frac{\Delta x \cdot a \cdot N^2}{v_{ab} \cdot R^2} \left[(T_{i,j+1} - 2T_{i,j} + T_{i,j-1}) + \frac{1}{j} \frac{T_{i,j+1} - T_{i,j-1}}{2}\right] \tag{Gleichung 14.1}$$+$$T_{i+1,j} = T_{i,j} + \frac{\Delta x \cdot a \cdot N^2}{v_{ab} \cdot R^2} \left[(T_{i,j+1} - 2T_{i,j} + T_{i,j-1}) + \frac{1}{j} \frac{T_{i,j+1} - T_{i,j-1}}{2}\right] \tag{14.1}$$
  
 Für jede Schale j werden in jedem Zeitschritt i temperaturabhängig die materialspezifischen Stoffdaten bestimmt. Für jede Schale j werden in jedem Zeitschritt i temperaturabhängig die materialspezifischen Stoffdaten bestimmt.
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 Zunächst wird angenommen, dass die anfängliche Strangtemperatur konstant über den Querschnitt verteilt vorliegt und der Temperatur an der Schneckenspitze bzw. dem Maschinenaustritt entspricht. Zunächst wird angenommen, dass die anfängliche Strangtemperatur konstant über den Querschnitt verteilt vorliegt und der Temperatur an der Schneckenspitze bzw. dem Maschinenaustritt entspricht.
  
-$$T_{0,j} = T_M \text{ für alle j} \tag{Gleichung 15}$$ +$$T_{0,j} = T_M \text{ für alle j} \tag{15}$$ 
  
 Auf dieser Grundlage und mit Hilfe der im Folgenden beschriebenen Randbedingungen können die Strangtemperaturen über die gesamte Kühlstrecke berechnet werden. Auf dieser Grundlage und mit Hilfe der im Folgenden beschriebenen Randbedingungen können die Strangtemperaturen über die gesamte Kühlstrecke berechnet werden.
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 Für alle Radialsegmente mit dem Index j=1 wird angenommen, dass die beiden Vorgängertemperaturen gleich sind. Hiermit ergibt sich Gleichung 14 zu: Für alle Radialsegmente mit dem Index j=1 wird angenommen, dass die beiden Vorgängertemperaturen gleich sind. Hiermit ergibt sich Gleichung 14 zu:
  
-$$T_{i+1,1} = T_{i,1} + \frac{\Delta x \cdot a}{v_{ab} \cdot R^2} \cdot (T_{i,2} - T_{i,1}) \cdot \frac{3}{2} \cdot N^2 \tag{Gleichung 16}$$ +$$T_{i+1,1} = T_{i,1} + \frac{\Delta x \cdot a}{v_{ab} \cdot R^2} \cdot (T_{i,2} - T_{i,1}) \cdot \frac{3}{2} \cdot N^2 \tag{16}$$ 
  
 ==== Randbedingung an Strangoberfläche ==== ==== Randbedingung an Strangoberfläche ====
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 Es ist anzumerken, dass sich die berechneten Temperaturen jeweils in der Mitte der definierten Segmente befinden, vergleiche Abbildung 2. Das bedeutet, dass für j=N, also das letzte Segment, nicht die Oberflächentemperatur berechnet wird. Die Oberfläche liegt um die Länge verschoben vor, siehe Abbildung 3. Wie die Oberflächentemperatur bestimmt wird, wird in Abschnitt 1.4 erläutert. Es ist anzumerken, dass sich die berechneten Temperaturen jeweils in der Mitte der definierten Segmente befinden, vergleiche Abbildung 2. Das bedeutet, dass für j=N, also das letzte Segment, nicht die Oberflächentemperatur berechnet wird. Die Oberfläche liegt um die Länge verschoben vor, siehe Abbildung 3. Wie die Oberflächentemperatur bestimmt wird, wird in Abschnitt 1.4 erläutert.
  
-Zur Bestimmung der Temperatur in der definierten Hilfsschicht wird die Randbedingung dritter Art (oder auch Newton-Randbedingung) betrachtet, die für den konvektiven Wärmeübergang verwendet wird. Die jeweilige Hilfstemperatur kann hier graphisch ermittelt werden, vergleiche Abbildung 3[[grundlagenhandbuch:strangabkuehlung#literaturverzeichnis|[BK97], [VDI06]]]+Zur Bestimmung der Temperatur in der definierten Hilfsschicht wird die Randbedingung dritter Art (oder auch Newton-Randbedingung) betrachtet, die für den konvektiven Wärmeübergang verwendet wird. Die jeweilige Hilfstemperatur kann hier graphisch ermittelt werden, vergleiche Abbildung 3 [[grundlagenhandbuch:strangabkuehlung#literatur |[BK97]]], [[grundlagenhandbuch:strangabkuehlung#literatur |[VDI06]]].
  
-$$T_{i,Hilfs.} = T_{i,N} + \frac{\lambda}{\alpha + \frac{\lambda}{\Delta r}} \cdot (T_U - T_{i,N}) \tag{Gleichung 17}$$+$$T_{i,Hilfs.} = T_{i,N} + \frac{\Delta r}{\frac{\lambda}{\alpha} + \frac{\Delta r}{2}} \cdot (T_U - T_{i,N}) \tag{17}$$
  
-Mit Hilfe der Steigung zwischen $T_{i,N}$ und $T_U$ kann die Hilfstemperatur $T_{i,Hilfs.}$ bestimmt werden. Der Abstand ergibt sich aus dem Gleichgewicht zwischen dem Wärmestrom der an die Umgebung abgegeben wird und dem vom Strang über Wärmeleitung nachgelieferten Wärmestrom, vergleiche [[grundlagenhandbuch:strangabkuehlung#literaturverzeichnis|[BK97]]].+Mit Hilfe der Steigung zwischen $T_{i,N}$ und $T_U$ kann die Hilfstemperatur $T_{i,Hilfs.}$ bestimmt werden. Der Abstand ergibt sich aus dem Gleichgewicht zwischen dem Wärmestrom der an die Umgebung abgegeben wird und dem vom Strang über Wärmeleitung nachgelieferten Wärmestrom, vergleiche [[grundlagenhandbuch:strangabkuehlung#literatur |[BK97]]].  Für die Berechnung des 
 +Wärmeübergangskoeffizienten und der dafür benötigten Nusselt-Zahl wird der Fall eines bewegten Zylinders in einem 
 +ruhenden Fluid mit der Annahme Pr = 10 herangezogen [[grundlagenhandbuch:strangabkuehlung#literatur |[VDI06]]].
  
 {{ :grundlagenhandbuch:de_sigma150_dlg_grundlagenhandbuch_strangabkuehlung_003.png?nolink |}} {{ :grundlagenhandbuch:de_sigma150_dlg_grundlagenhandbuch_strangabkuehlung_003.png?nolink |}}
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 ===== Konvergenzkriterium ===== ===== Konvergenzkriterium =====
  
-In Anlehnung an das Binder-Schmidt-Verfahren (siehe [[grundlagenhandbuch:strangabkuehlung#literaturverzeichnis|[BK97]]]) wird für den Faktor (Fourier-Zahl) aus Gleichung 13 bzw. Gleichung 14 die folgende Grenze definiert:+In Anlehnung an das Binder-Schmidt-Verfahren (siehe [[grundlagenhandbuch:strangabkuehlung#literatur |[BK97]]]) wird für den Faktor (Fourier-Zahl) aus Gleichung 13 bzw. Gleichung 14 die folgende Grenze definiert:
  
-$$\frac{\Delta t \cdot a}{\Delta x^2} \leq \frac{1}{2} \tag{Gleichung 18}$$ +$$\frac{\Delta t \cdot a}{\Delta r^2} \leq \frac{1}{2} \tag{18}$$ 
  
 Für die radiale sowie axiale Segmentanzahl werden folgende Mindestwerte festgelegt: Für die radiale sowie axiale Segmentanzahl werden folgende Mindestwerte festgelegt:
  
-$$N_{min} = \frac{\alpha \cdot R}{2\lambda} \tag{Gleichung 19}$$+$$N_{min} = \frac{\alpha \cdot R}{2\lambda} \tag{19}$$
  
-$$M_{min} = N^2 \cdot 2 \cdot \frac{\lambda}{\rho \cdot c_p} \cdot \frac{L}{v_{ab} \cdot R^2} \tag{Gleichung 20}$$ +$$M_{min} = N^2 \cdot 2 \cdot \frac{\lambda}{\rho \cdot c_p} \cdot \frac{L}{v_{ab} \cdot R^2} \tag{20}$$ 
  
 ===== Berechnung der Ausgabegrößen ===== ===== Berechnung der Ausgabegrößen =====
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 Kerntemperatur: Kerntemperatur:
  
-$$T_{i,Mitte} = T_{i,1} \tag{Gleichung 21}$$ +$$T_{i,Mitte} = T_{i,1} \tag{21}$$ 
  
 Oberflächentemperatur: Oberflächentemperatur:
  
-$$T_{i,OF} = \frac{(T_{i,N} + T_{i,Hilfs.})}{2} \tag{Gleichung 22}$$ +$$T_{i,OF} = \frac{(T_{i,N} + T_{i,Hilfs.})}{2} \tag{22}$$ 
  
 Mitteltemperatur: Mitteltemperatur:
  
-$$T_{i,Mittel} = \frac{2}{N^2 + N} \cdot \sum_{j=1}^{N} j \cdot T_{i,j} \tag{Gleichung 23}$$ +$$T_{i,Mittel} = \frac{2}{N^2 + N} \cdot \sum_{j=1}^{N} j \cdot T_{i,j} \tag{23}$$ 
  
-===== Literaturverzeichnis =====+===== Literatur =====
  
-[BK97] +[BK97] Bosnjakovic, F.; Knoche, K. F.: „Technische Thermodynamik Teil II"; Dr. Dietrich Steinkopff Verlag, GmbH & Co. KG; Darmstadt; 1997
-Bosnjakovic, F.; Knoche, K. F.: „Technische Thermodynamik Teil II"; Dr. Dietrich Steinkopff Verlag, GmbH & Co. KG; Darmstadt; 1997+
  
-[FP08] +[FP08] Ferziger, J. H.; Peric, M.: „Numerische Strömungsmechanik"; Springer-Verlag Berlin Heidelberg; 2008
-Ferziger, J. H.; Peric, M.: „Numerische Strömungsmechanik"; Springer-Verlag Berlin Heidelberg; 2008+
  
-[Mart11] +[Mar11] Martin, H.: „Numerische Strömungssimulation in der Hydrodynamik"; Springer-Verlag Berlin Heidelberg; 2011
-Martin, H.: „Numerische Strömungssimulation in der Hydrodynamik"; Springer-Verlag Berlin Heidelberg; 2011+
  
-[VDI06] +[VDI06] Verein Deutscher Ingenieure: „VDI – Wärmeatlas"; Springer-Verlag Berlin Heidelberg; 2006
-Verein Deutscher Ingenieure: „VDI – Wärmeatlas"; Springer-Verlag Berlin Heidelberg; 2006+