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| materialdaten:reine_polymere_uebersicht:rheologische_materialdaten [2025/05/19 14:12] – deppe2 | materialdaten:reine_polymere_uebersicht:rheologische_materialdaten [2026/01/07 21:38] (aktuell) – neelest | ||
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| ===== Rheologische Materialdaten ===== | ===== Rheologische Materialdaten ===== | ||
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| - | **Abbildung:** Dialogfeld Rheologische Materialdaten | + | \\ |
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| Flüssigkeiten lassen sich aufgrund ihrer Fließeigenschaften in zwei Gruppen aufteilen: | Flüssigkeiten lassen sich aufgrund ihrer Fließeigenschaften in zwei Gruppen aufteilen: | ||
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| $$\tau = \eta \cdot \dot{\gamma}$$ | $$\tau = \eta \cdot \dot{\gamma}$$ | ||
| - | worin $$\tau$$ | + | worin τ die Schubspannung, |
| Das Fließverhalten von Kunststoffschmelzen ist in den praktisch vorkommenden Schergeschwindigkeitsbereichen durch die sogenannte Strukturviskosität gekennzeichnet. Sie beschreibt ein von den Newton´schen Fluiden abweichendes Fließverhalten, | Das Fließverhalten von Kunststoffschmelzen ist in den praktisch vorkommenden Schergeschwindigkeitsbereichen durch die sogenannte Strukturviskosität gekennzeichnet. Sie beschreibt ein von den Newton´schen Fluiden abweichendes Fließverhalten, | ||
| - | **Abbildung:** Stoffverhalten | + | {{ :materialdaten: |
| Die Abbildung unten zeigt den prinzipiellen Verlauf der Viskosität in Abhängigkeit von der Schergeschwindigkeit. Für nicht zu große Schergeschwindigkeitsbereiche lässt sich dieses Verhalten durch das empirisch gefundene Potenzfließgesetz nach OSTWALD und DE WAELE beschreiben: | Die Abbildung unten zeigt den prinzipiellen Verlauf der Viskosität in Abhängigkeit von der Schergeschwindigkeit. Für nicht zu große Schergeschwindigkeitsbereiche lässt sich dieses Verhalten durch das empirisch gefundene Potenzfließgesetz nach OSTWALD und DE WAELE beschreiben: | ||
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| Hierbei ist n der Exponent des Fließgesetzes und K der Fließgesetzkoeffizient. Durch den einfachen Aufbau dieses Ansatzes lassen sich fast alle Strömungsprobleme analytisch behandeln, die für Newton´sche Flüssigkeiten erfassbar sind. In doppeltlogarithmischer Darstellung ergibt sich auch für den Potenzansatz eine Gerade. Wie aus der Abbildung zu entnehmen ist, muss für unterschiedliche Kurvensegmente mit einem entsprechenden Fließexponenten n gerechnet werden. Der Fließgesetzkoeffizient K wird durch | Hierbei ist n der Exponent des Fließgesetzes und K der Fließgesetzkoeffizient. Durch den einfachen Aufbau dieses Ansatzes lassen sich fast alle Strömungsprobleme analytisch behandeln, die für Newton´sche Flüssigkeiten erfassbar sind. In doppeltlogarithmischer Darstellung ergibt sich auch für den Potenzansatz eine Gerade. Wie aus der Abbildung zu entnehmen ist, muss für unterschiedliche Kurvensegmente mit einem entsprechenden Fließexponenten n gerechnet werden. Der Fließgesetzkoeffizient K wird durch | ||
| - | $$K = K_{0T} | + | $$K = K_0,T \cdot e^{-\beta(T - T_0)}$$ |
| - | beschrieben. Die Konstante $$K_{0T}$$ entspricht dabei der Viskosität bei der Schergeschwindigkeit | + | beschrieben. Die Konstante $K_0 T$ entspricht dabei der Viskosität bei der Schergeschwindigkeit |
| - | **Abbildung:** Prinzipieller Verlauf der Viskositätsfunktion einer Kunststoffschmelze | + | {{ :materialdaten: |
| - | **Abbildung:** Bereichsweise Näherung der Viskositätsfunktion durch Geradenstücke | + | {{ :materialdaten: |
| - | Eine bessere Beschreibung über weite Bereiche der Viskositätsfunktion bietet der Carreau-Ansatz, | + | Eine bessere Beschreibung über weite Bereiche der Viskositätsfunktion bietet der **Carreau-Ansatz**, insbesondere bei Materialien mit stark ausgeprägtem Übergang vom Newton´schen zum strukturviskosen Bereich: |
| $$\eta = \frac{A}{\left[1 + (B \cdot \dot{\gamma})^C\right]}$$ | $$\eta = \frac{A}{\left[1 + (B \cdot \dot{\gamma})^C\right]}$$ | ||
| - | Darin sind A die Nullviskosität, | + | Darin sind $A$ die Nullviskosität, |
| - | **Abbildung:** Bestimmung der Carreau-Parameter | + | {{ :materialdaten: |
| Darüber hinaus gibt es weitere Ansätze, die sich für bestimmte Anwendungen besser eignen. Im Folgenden sind diese formelmäßig dargestellt: | Darüber hinaus gibt es weitere Ansätze, die sich für bestimmte Anwendungen besser eignen. Im Folgenden sind diese formelmäßig dargestellt: | ||
| * **Carreau Yasuda-Ansatz: | * **Carreau Yasuda-Ansatz: | ||
| - | | + | |
| + | $$\eta = \eta_{\infty} \cdot a_T + \frac{A \cdot a_T - \eta_{\infty} \cdot a_T}{(1 + (B \cdot a_T \cdot \dot{\gamma})^a)^{\frac{1-c}{a}}}$$ | ||
| * **Polynomansatz: | * **Polynomansatz: | ||
| - | | + | |
| + | $$\ln(\eta) = a_0 + a_1 \cdot \ln(\dot{\gamma}) + a_{11} \cdot \ln^2(\dot{\gamma}) + a_2 \cdot T + a_{22} \cdot T^2 + a_{12} \cdot \ln(\dot{\gamma}) \cdot T$$ | ||
| * **Potenzgesetz: | * **Potenzgesetz: | ||
| - | $$\eta = K \cdot a_T \cdot \dot{\gamma}^{n-1}$$ | ||
| - | Die Temperaturabhängigkeit wird durch den Temperaturverschiebungsfaktor | + | $$\eta = K \cdot a_T \cdot \dot{\gamma}^{n-1}$$ |
| + | |||
| + | Die Temperaturabhängigkeit wird durch den Temperaturverschiebungsfaktor | ||
| * **WLF (TB, TS):** | * **WLF (TB, TS):** | ||
| - | $$\lg(a_T) = \frac{C_1 \cdot (T_B - T_S)}{C_2 + (T_B - T_S)} - \frac{C_1 \cdot (T - T_S)}{C_2 + (T - T_S)}$$ | ||
| - | | + | $$\lg(a_T) = \frac{C_1 \cdot (T_B - T_S)}{C_2 + (T_B - T_S)} - \frac{C_1 \cdot (T - T_S)}{C_2 + (T - T_S)}$$ |
| + | |||
| + | $T_B, T_S$ werden vorgegeben, $C_1$ = 8,86, $C_2$ = 101,6\\ | ||
| + | |||
| + | ODER:\\ | ||
| + | |||
| + | * **WLF ($C_1, C_2$):** | ||
| - | ODER: | + | $$\ln(a_T) = -\frac{C_1 \cdot (T - T_B)}{C_2 + (T - T_B)}$$ |
| - | * **WLF (C1, C2)** | + | $C_1$, $C_2$, $T_B$ werden vorgegeben\\ |
| - | | + | |
| - | | + | **mit: |
| + | $T_B$ = Bezugstemperatur\\ | ||
| + | $T_S$ = Standardtemperatur\\ | ||
| + | $T$ = aktuelle Temperatur\\ | ||
| - | mit: $$T_B =$$ Bezugstemperatur | + | * **Arrhenius (E, TB):** |
| - | $$T_S =$$ Standardtemperatur | + | |
| - | $$T =$$ aktuelle Temperatur | + | |
| - | * **Arrhenius (E, TB)** | + | $$K = K_{0T} \cdot \exp\left[\frac{\Delta E}{R} \cdot \left(\frac{1}{T} - \frac{1}{T_0}\right)\right]$$ |
| - | | + | |
| - | | + | **mit:**\\ |
| - | R = Gaskonstante | + | E = Aktivierungsenergie\\ |
| - | | + | R = Gaskonstante\\ |
| - | | + | K₀T = physikalische Größe bei der Temperatur |
| + | T₀ = Bezugstemperatur\\ | ||
| Mit den Viskositätsansätzen lässt sich das kunststoffspezifische Stoffverhalten über große Schergeschwindigkeits- und Temperaturbereiche richtig beschreiben. Da die Ansätze jedoch nur in einem begrenzten Umfang analytisch verwendet werden können, werden aus diesen Funktionen für die im Prozess auftretenden Schergeschwindigkeiten und Temperaturen die entsprechenden Koeffizienten des Potenzgesetzes programmintern berechnet. | Mit den Viskositätsansätzen lässt sich das kunststoffspezifische Stoffverhalten über große Schergeschwindigkeits- und Temperaturbereiche richtig beschreiben. Da die Ansätze jedoch nur in einem begrenzten Umfang analytisch verwendet werden können, werden aus diesen Funktionen für die im Prozess auftretenden Schergeschwindigkeiten und Temperaturen die entsprechenden Koeffizienten des Potenzgesetzes programmintern berechnet. | ||
| - | Für die Beschreibung der Temperaturabhängigkeit der Viskosität der Kunststoffschmelze kann in der Eingabemaske // | + | Für die Beschreibung der Temperaturabhängigkeit der Viskosität der Kunststoffschmelze kann in der Eingabemaske // |